Case · Oxid-Ablöse unter Termindruck

M-Medientechnik
Oxid 4 vor der Payment-Deadline abgelöst — in sechs Monaten. Danach: vierfache Conversion Rate, 50 % mehr Bestellungen, Verfügbarkeit von 50 auf 99,99 %.
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Ausgangslage
M-Medientechnik betreibt mit m-medientechnik24.de einen B2B-Shop für Digital-Signage-Lösungen, Videokonferenzsysteme, Displays und Beamer. Das 2005 gegründete Unternehmen beliefert Schulen, Behörden und Militäreinrichtungen in Europa und betreibt nach eigenen Angaben das größte Medientechnik-Erlebniszentrum Deutschlands.
Der Shop lief auf Oxid 4 — stark individualisiert, ohne Update-Pfad, und mit einer harten Deadline: Der Zahlungsanbieter stellte den Support für das veraltete Payment-Plugin ein. Ohne Payment kein Shop, und der Termin dafür stand fest.
Der Zustand davor ist in der Shopware-Case-Study dokumentiert und ungewöhnlich offen benannt: Die Website war nur zu rund 50 % verfügbar, die Absprungrate lag bei 16 %, und in den Monaten vor dem Relaunch ging der Umsatz spürbar zurück. Dahinter lag eine über Jahre gewachsene Landschaft aus Skripten und Workarounds, für die am Markt kaum noch Expertise zu bekommen war.
Aufgabe
Ablöse durch Shopware 6 vor Ablauf der Payment-Deadline — ohne die gewachsenen Geschäftsprozesse zu brechen. Sechs Monate bis zum Deployment, bei einem Sortiment, das im Zuge des Projekts von rund 3.000 auf 5.300 Artikel wuchs.
Kernstück ist der Angebotsprozess: Der Vertrieb erstellt individualisierte Angebote mit optionalen Artikeln, Alternativen und Produkt-Bundles, die Kunden im Standard-Checkout annehmen. Dazu Dropshipping- und Multi-Delivery-Logik, Feeds für Preisvergleichsportale und ein Rechte- und Rollenkonzept für den Zugriff der Mitarbeitenden.
Architektur-Entscheidungen
Individual-Features neu bauen statt kopieren
Der Oxid-Shop war über Jahre individualisiert worden — jede Sonderlocke hatte einmal einen Grund. Diese Logik 1:1 nach Shopware zu übertragen hätte die Altlast mitgenommen und die Update-Fähigkeit gleich wieder verspielt. Jedes Individual-Feature wurde deshalb neu umgesetzt: als saubere Erweiterung an den Shopware-APIs, mit dem Prozess als Vorlage, nicht mit dem alten Code.
Der Angebotsprozess als eigentliches Produkt
Im Projektgeschäft mit Schulen und Behörden wird nicht in den Warenkorb geklickt, sondern angefragt. Der Vertrieb stellt ein Angebot zusammen — mit optionalen Positionen, Alternativen zur Auswahl und Bundles — und der Kunde nimmt es im normalen Checkout an. Damit läuft die Angebotsstrecke im selben System wie das Selbstbedienungsgeschäft: eine Bestellung, eine Rechnung, ein Bestand. Genau das konnte der Standard nicht, und genau daran hängt das Geschäftsmodell.
Lagerlogik statt eigenes Lager
Ein großer Teil der Ware liegt nicht im eigenen Haus, sondern beim Distributor. Über die Bestandsführung mehrerer Lagerorte und Dropshipping-Strecken verkauft der Shop Artikel, die er nie anfasst — bei gleichzeitig korrekten Verfügbarkeiten und Lieferzeiten. M-Medientechnik beziffert die Einsparung bei den Logistikkosten in der Shopware-Case-Study auf 90 %.
Preisvergleichsportale automatisch bedienen
Produktdaten fließen aus dem Distributoren-Katalog in den Shop und von dort als Feeds zu Google Shopping, idealo und billiger.de. Vorher gab es diese Anbindung schlicht nicht. Für einen Händler, dessen Sortiment sich täglich ändert, ist ein manuell gepflegter Feed keine Option — er ist am zweiten Tag falsch.
Verfügbarkeit ist eine Umsatzfrage, keine Technikfrage
Ein Shop, der zur Hälfte der Zeit nicht erreichbar ist, verliert nicht die Hälfte des Umsatzes — er verliert das Vertrauen der Wiederkäufer und die Rankings gleich mit. Die Umstellung hat die Verfügbarkeit laut Shopware-Case-Study von rund 50 % auf 99,99 % gebracht. Das ist im Rückblick die unspektakulärste und wirksamste Zahl des Projekts.
Ergebnis
Der Shop ging nach sechs Monaten auf Shopware 6 live, vor Ablauf der Payment-Deadline. Die Individual-Features laufen als saubere Erweiterungen, das Sortiment ist von rund 3.000 auf 5.300 Artikel gewachsen.
Die Wirkung beziffert M-Medientechnik in der Shopware-Case-Study selbst: 50 % mehr Bestellungen, eine viermal höhere Conversion Rate, die Absprungrate von 16 % auf 3 % gefallen, die Verfügbarkeit von rund 50 % auf 99,99 % gestiegen. Der Anteil der Kunden mit einem zweiten Kauf binnen zwei Monaten stieg von 20 % auf 35 %, die Zusatzverkäufe um 25 %.
Auch die organische Sichtbarkeit hat gewonnen: Der Traffic aus der Google-Suche liegt laut derselben Quelle beim Dreifachen des Oxid-Shops. Eine Migration, die Rankings kostet, ist keine gelungene Migration — hier war das Gegenteil der Fall.
Shopware führt das Projekt als offizielle Case Study.
Nachzulesen hier:Shopware Case Study
„Unser Projektvolumen belief sich auf mehr als 600.000 Euro und es war durchaus ein Risiko, so viel Geld in die Hände einer Agentur zu geben, die zu diesem Zeitpunkt noch recht unbekannt war. Bereut haben wir es auf jeden Fall nicht und werden die Zusammenarbeit mit WBFK auch in Zukunft fortsetzen. Auf jeden Fall empfehlenswert.“
Häufige Fragen zum M-Medientechnik-Projekt
Wie löst man ein abgekündigtes Shop-System unter Termindruck ab?
Indem man den Prozess migriert, nicht den Code. Bei M-Medientechnik gab der Zahlungsanbieter die Deadline vor: Für das veraltete Payment-Plugin des Oxid-Shops endete der Support. Der Weg dorthin waren sechs Monate bis zum Deployment — mit jedem Individual-Feature als Neuumsetzung an den Shopware-APIs statt als Portierung des alten Codes.
Was passiert mit den Sonderentwicklungen aus dem Altsystem?
Sie werden neu gebaut, nicht übertragen. Jede Sonderlocke im Altsystem hatte einmal einen Grund — aber ihre technische Umsetzung ist meist der Teil, der die Update-Fähigkeit gekostet hat. Bei M-Medientechnik diente der Geschäftsprozess als Vorlage, nicht der Oxid-Code; die Features laufen heute als saubere Erweiterungen an den Shopware-APIs, der Kern bleibt Standard.
Kann man Angebotsprozesse aus dem B2B-Vertrieb in einem Shop abbilden?
Ja, und es lohnt sich. Bei M-Medientechnik stellt der Vertrieb individualisierte Angebote mit optionalen Positionen, Alternativen und Bundles zusammen, die der Kunde im normalen Checkout annimmt. Damit läuft die Angebotsstrecke im selben System wie das Selbstbedienungsgeschäft — eine Bestellung, eine Rechnung, ein Bestand — statt in einer parallelen Excel-Welt.
Was bringt eine Migration auf Shopware 6 messbar?
Das hängt vom Ausgangszustand ab — und ist deshalb selten ehrlich zu beziffern. Bei M-Medientechnik hat der Kunde die Zahlen selbst veröffentlicht: 50 % mehr Bestellungen, vierfache Conversion Rate, Absprungrate von 16 % auf 3 %, Verfügbarkeit von rund 50 % auf 99,99 %, dreifacher Traffic aus der Google-Suche. Der größte Hebel war dabei nicht das Design, sondern dass der Shop überhaupt zuverlässig erreichbar wurde.
Verliert man bei einem Shop-Relaunch seine Google-Rankings?
Nur, wenn URL-Struktur, Redirects und strukturierte Daten erst nach dem Go-Live zum Thema werden. Bei M-Medientechnik lag der Traffic aus der Google-Suche nach der Umstellung beim Dreifachen des alten Shops. Der Grund ist unspektakulär: Ein Shop, der vorher nur zur Hälfte der Zeit erreichbar war, konnte auch nicht ranken.
Eine Migration vor sich?
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