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Case · Shopware-6-Migration nach zwei gescheiterten Anläufen

AQMOS

Zwei Anläufe gescheitert, der dritte live an einem Abend. Halbe Infrastrukturkosten, kein Einbruch der Sichtbarkeit, bis zu 50 % mehr Monatsumsatz.

aqmos.com

2
gescheiterte Vorprojekte
7 Stunden
Go-Live-Fenster
bis zu 50 %
mehr Monatsumsatz
0
verlorene Rankings
50 %
weniger Infrastrukturkosten
6
Verkaufskanäle auf einer Plattform

Ausgangslage

Als AQMOS zu WBFK kam, war die Migration bereits zweimal gescheitert. Der erste Anlauf lief über einen großen, Platin-zertifizierten Shopware-Partner mit Ziel Shopware 6 — abgebrochen. Der zweite über einen weiteren Platin-Partner, diesmal Richtung Shopify — ebenfalls abgebrochen. Zurück blieben mehrere hunderttausend Euro versenkter Projektkosten, ein Shop auf Shopware 5 — seit Ende Juli 2024 ohne Sicherheitsupdates — und ein verständlich gewordenes Misstrauen gegenüber Agentur-Versprechen.

Das ist die Situation, die Zertifikate nicht lösen. Über den Shopware-5-Shop lief faktisch das gesamte Handelsgeschäft: aqmos.com, Amazon inklusive Amazon Business, eBay inklusive Selbstabholung, Google Shopping, Dropshipping-Partner und die Belieferung des stationären Handels über das Markant-Netzwerk. Jeder weitere Monat auf der abgekündigten Plattform war ein Risiko, jeder weitere Fehlversuch hätte mehr gekostet als Geld.

Die Komplexität lag dabei nie im Frontend, sondern in dem, was daran hängt: Versandlogistik mit DHL, Zahlungsabwicklung, Adressvalidierung, Produktsuche, Buchhaltungsexport nach DATEV — und steuerliche Sonderfälle, die kein Standardsystem abdeckt: Reverse-Charge für EU-Geschäftskunden, Umsatzsteuer bei Selbstabholung durch Drittlandskunden, USt-ID-Pflichten beim Amazon-Business-Import.

Aufgabe

Ablöse von Shopware 5 durch Shopware 6 für die Aqmos Wasseraufbereitung GmbH aus Seligenstadt — Wasserenthärtungs- und Umkehrosmoseanlagen, Filter und Verbrauchsmaterial für Privat- und Geschäftskunden, nach eigener Angabe über 100.000 Kunden, Same-Day-Versand bei Bestellung bis 11 Uhr aus eigenem Lager.

Sechs Verkaufskanäle mussten auf eine Plattform: eigener Shop, Amazon, eBay, Google Shopping, Dropshipping und der stationäre Handel über EDI. Dazu Lagerverwaltung und Versandabwicklung, steuerkonforme Rechnungsprozesse über alle Kanäle, der Buchhaltungsexport nach DATEV — und die Ablöse des bestehenden ERP.

AQMOS ist #imFLOW — Banner im Shop mit Flowian, dem im Relaunch entstandenen Maskottchen

Architektur-Entscheidungen

Relaunch statt 1:1-Migration

Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Update, sondern ein Plattformwechsel. Wer 1:1 migriert, migriert jede Altlast mit — und wer zweimal gescheitert ist, braucht keinen dritten Big Bang mit denselben Annahmen. Jeder Prozess wurde einzeln bewertet: übernehmen, neu bauen oder streichen. Diese Bewertung ist die eigentliche Arbeit, nicht das Umschalten.

Ein System für alle Kanäle

Die Marktplatz-Anbindungen an Amazon und eBay hat WBFK aufgebaut. Bestellungen aus Amazon — inklusive Business-Kunden mit automatischer Übernahme der USt-ID —, aus eBay inklusive korrekt zugeordneter Selbstabholung, aus dem Dropshipping und aus dem eigenen Shop laufen in dieselbe Shopware-6-Instanz: ein Bestand, ein Bestellprozess, eine Wahrheit für die Buchhaltung.

Lagerverwaltung eingeführt, wo vorher keine war

Mit Pickware entstand erstmals eine systemgestützte Lagerverwaltung und Versandabwicklung — vorher gab es keine. Kommissionierung, DHL-Labels und Bestandsführung laufen seitdem aus einem System statt aus Erfahrung und Tabellen.

Steuerlogik in der Plattform statt in Handarbeit

Innergemeinschaftliche Lieferungen ohne USt-ID werden bei der Rechnungserstellung blockiert, statt falsch fakturiert zu werden. Selbstabholung durch Drittlandskunden wird korrekt mit 19 % deutscher Umsatzsteuer berechnet, weil der Lieferort das Lager in Deutschland ist. Beides sind Regeln im System, nicht Merksätze im Kopf der Buchhaltung.

ERP ablösen statt anbinden

Das bisherige ERP wird schrittweise vollständig durch Shopware ersetzt, die Buchhaltung erhält ihre Daten über den DATEV-Export direkt aus der Plattform. Ein System weniger, eine Schnittstelle weniger, eine Fehlerquelle weniger. Die Ablöse läuft derzeit noch.

Infrastruktur konsolidiert

Hosting auf Hetzner, Alt-Systeme nach gesicherter Datenübernahme abgeschaltet, revisionssichere Archivierung nach GoBD über ein WORM-Backup-Konzept. Ergebnis: halbierte Infrastrukturkosten bei spürbar besserer Performance des Shops.

SEO als Projektbestandteil, nicht als Nacharbeit

Redirects, URL-Strategie und strukturierte Daten standen im Migrationsplan, nicht in der Fehlerbehebung danach. Das ist der Unterschied zwischen einer Umstellung, die Rankings kostet, und einer, die keine kostet.

Eigenentwicklung, wo der Markt nichts anbietet

Für die Belieferung des stationären Handels über das Markant-Netzwerk entsteht die EDI-Anbindung (EANCOM über SFTP) direkt in Shopware 6 — ohne laufende Abhängigkeit von einem EDI-Dienstleister. Für palettierte Stückgutsendungen gibt es am Markt keinen Standard-Adapter; die Anbindung an die DHL-Freight-API entsteht als eigenes Plugin. Beides ist in Umsetzung.

Flowian mit einer Wasserenthärtungsanlage — das Maskottchen, das während des Relaunch entstanden ist

Architektur

Bestellfluss — alle Kanäle laufen in dieselbe Shopware-Instanz und dieselbe Buchhaltung

Zahlung über Mollie, Adressvalidierung über Endereco, Produktsuche über Doofinder; Hosting auf Hetzner mit revisionssicherer Archivierung nach GoBD.

Ergebnis

Der Go-Live fand am 19. Mai 2026 statt — in einem Fenster von sieben Stunden an einem Abend, nicht in wochenlangem Parallelbetrieb mit eingefrorenem Sortiment. Der dritte Anlauf war der erste, der ankam.

Die Rankings haben die Umstellung ohne Einbruch überstanden, der Monatsumsatz liegt seit dem Go-Live durchgehend über dem Vorzustand — bis zu 50 % höher. Die Infrastrukturkosten liegen bei der Hälfte des Vorzustands, die Plattform ist spürbar schneller als der alte Shop.

AQMOS hat heute Systeme, die es vor dem Projekt gar nicht gab: eine echte Lagerverwaltung, automatisierte steuerkonforme Rechnungsprozesse über alle Kanäle — und ein ERP weniger.

Nach dem Go-Live war das Projekt nicht zu Ende, sondern im Zielzustand: WBFK betreibt die Plattform im Full-Service mit monatlichen Release-Zyklen und dokumentierten Änderungen — von Betrugsprävention über Marktplatz-Feinschliff bis zum Rechnungskauf für geprüfte Stammkunden.

Nicht alles am Projekt war Technik. Während des Relaunch ist Flowian entstanden — der Wassertropfen, der heute als Maskottchen von AQMOS durch Shop und Kampagnen läuft. Aus einer Plattform-Migration wurde nebenbei ein Gesicht für die Marke.

Häufige Fragen zum AQMOS-Projekt

Was tun, wenn ein Shopware- oder Shopify-Projekt gescheitert ist?

Erst Bestandsaufnahme, dann Neustart mit reduziertem Risiko. Bei AQMOS wurde nach zwei gescheiterten Anläufen jeder Prozess einzeln bewertet — übernehmen, neu bauen oder streichen — statt einen dritten Big Bang mit denselben Annahmen zu starten. Der Go-Live gelang anschließend in einem Fenster von sieben Stunden.

Verliert ein Shop bei der Migration auf Shopware 6 seine Google-Rankings?

Nicht, wenn Redirects, URL-Strategie und strukturierte Daten Teil des Migrationsplans sind statt der Fehlerbehebung danach. AQMOS hat die Umstellung ohne Einbruch der Sichtbarkeit überstanden; der Monatsumsatz liegt seither durchgehend höher, in der Spitze bis zu 50 %.

Wie lange dauert eine Migration von Shopware 5 auf Shopware 6?

Das Umschalten selbst dauerte bei AQMOS einen Abend — sieben Stunden. Die Projektdauer davor bestimmt nicht der Shop, sondern die Zahl der angebundenen Systeme: Marktplätze, Logistik, Buchhaltung, EDI. Wer nur die Artikelzahl betrachtet, unterschätzt jede Migration.

Was passiert bei der Migration mit Amazon, eBay und anderen Verkaufskanälen?

Alle sechs Kanäle liefen ab dem Go-Live-Abend auf der neuen Plattform weiter; die Marktplatz-Anbindungen sind im Zuge des Projekts entstanden. Entscheidend ist die Vorbereitung: jede Versandart, jede Rechnungsregel und jeder Feed wird pro Kanal getestet, bevor umgeschaltet wird.

Braucht ein Shop neben Shopware 6 noch ein ERP?

Nicht zwingend. Bei AQMOS ersetzt Shopware das bisherige ERP schrittweise vollständig, die Buchhaltung arbeitet mit dem DATEV-Export direkt aus der Plattform. Weniger Systeme bedeuten weniger Schnittstellen, weniger Lizenzkosten und weniger Fehlerquellen.

Eine Migration vor sich?

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